BAB A6: Verkehr rollt auf der Südseite

BAB A6: Verkehr rollt auf der Südseite

Papenburg/Heilbronn, 09.11.2021. Einen offiziellen Festakt gibt es nicht, dennoch wird mit der Verkehrsumlegung der Endspurt auf der Baustelle zum Ausbau der A6 eingeläutet: Seit Montag, 8. November, rollt der Verkehr auf der neuen Südseite des Neckartalübergangs. In der Nacht zuvor fanden um Mitternacht die Restarbeiten zur Umlegung des über die Nordseite fließenden Verkehrs statt. Anschließend wurden die Warnbaken weggeräumt und die Autos und Lastwagen durften erstmals den neu fertiggestellten Teil des Brückenbauwerks überqueren.

Die Verkehrsumlegung ist gleichzeitig der Startschuss für die größte technische Herausforderung am gesamten Großprojekt, auf die jetzt seit knapp fünf Jahren hingearbeitet wird: den so genannten Querverschub. Dort, wo der Verkehr bislang über das 1,3 Kilometer lange Viadukt über den Neckar und das Neckarvorland rollte, wird alles für das Großereignis vorbereitet. Die nördliche Brückenhälfte, aktuell noch nicht in der richtigen Position, wird aus ihrer provisorischen Seitenlage um rund 20 Meter nach Süden verschoben. Das sind mehrere zehntausend Tonnen Stahlbeton, die im Frühjahr 2022 mit Spezialtechnik über die Brückenpfeiler versetzt werden.

Ist die nördliche Brückenhälfte dann an ihrer endgültigen Position, wird sie wieder an die Autobahn angeschlossen; das dauert jedoch voraussichtlich bis Sommer nächsten Jahres. Ist das geschafft, steht der kompletten sechsstreifigen Verkehrsführung der A6 zwischen dem Walldorfer und dem Weinsberger Kreuz nichts mehr im Wege.

Begonnen hatten die aufwendigen Baumaßnahmen zum sechsstreifigen Ausbau der Autobahn durch die Bauarbeitsgemeinschaft (BAUARGE) im Frühjahr 2017 mit den Rodungsarbeiten entlang der vorhandenen Trasse. Diese stammt noch aus den Jahren 1964 bis 1968, als die A6 von Mannheim nach Heilbronn als sogenannte Nordverbindung realisiert wurde.

Für das ÖPP-Projekt „Verfügbarkeitsmodell BAB A6 AS Wiesloch/Rauenberg – AK Weinsberg“ wurden dem Auftragnehmer – der Projektgesellschaft ViA6West GmbH & Co. KG – Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Projektstrecke auf Basis eines umfassenden Lebenszyklusansatzes für einen Zeitraum von 30 Jahren übertragen.

Die Arbeitsgemeinschaft BAUARGE A6 West – bestehend aus den Unternehmen JOHANN BUNTE Bauunternehmung und HOCHTIEF Infrastructure – hat den Auftrag, die BAB A6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg bei laufendem Verkehr auf 6 Spuren zu erweitern, inklusive der zugehörigen Planungsleistungen. Neben der Erweiterung der Autobahn umfassen die Baumaßnahmen vor allem den Bau von zahlreichen Ingenieurbauwerken und den Ersatzneubau des Neckartalübergangs.

 

Fotos Neckartalübergang: ViA6West/Endres