Querverschub Neckartalübergang

Querverschub Neckartalübergang

Heilbronn/Papenburg, 13.01.2022. Großereignis auf der BAB A 6 und Einläuten des Endspurts beim 2017 begonnenen sechsstreifigen Ausbau: Querverschub am Neckartalübergang. Heute, am 13. Januar 2022, wird Technikgeschichte geschrieben. Verschoben wird die nördliche Vorlandbrücke des 1,3 Kilometer langen Neckartalübergangs. Um 21,74 Meter geht es Richtung Süden.

Der Querverschub vollzieht sich nicht am Stück. Der neue Neckartalübergang, der die Talaue zwischen Neckarsulm und Heilbronn im Zuge der A 6 überspannt, besteht aus zwei Großbrücken je Fahrtrichtung: Der rund 820 Meter langen Vorlandbrücke als Spannbeton-, und der über 510 Meter langen Neckarbrücke als Stahlverbundkonstruktion mit den unübersehbaren geschwungenen Wellen rechts und links der Fahrbahn.

Beim Querverschub werden an elf von insgesamt 23 Brückenachsen (davon ein Widerlager) der Vorlandbrücke Hydraulikpressen, so genannte Litzenheber, montiert. Die ziehen die Brücke in höchster Präzision über ein System aus Teflon beschichteten Stahlplatten auf den sogenannten Verschubbahnen gleichmäßig in Richtung Süden. „Wir sprechen hier von einem Gesamtgewicht von 48.460 Tonnen“, erklärt Geschäftsführer Simon Dony von der Projektgesellschaft ViA6West, „das ist knapp fünf Mal so viel wie der berühmte Eiffelturm“. Mit bis zu 0,0015 km/h vollzieht sich der Verschub allerdings im Schneckentempo. Geplant ist, dass die Brücke nach rund zwölf Stunden an ihrer endgültigen Position ankommt.

Der Neckartalübergang ist das größte Teilprojekt beim sechsstreifigen Ausbau der A 6, der in öffentlich-privater Partnerschaft umgesetzt wird. Als Auftraggeberin fungiert seit ihrem Start am 1. Januar 2021 die Autobahn GmbH des Bundes.

Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, hebt die Bedeutung der A 6 als vielgenutzte Ost-West-Verbindung hervor: „Infrastrukturprojekte wie dieses erhalten die Autobahnen als Lebensadern und Rückgrat unserer exportorientierten Wirtschaft und machen sie zukunftsfähig. Der Ausbau der A 6 ist ein Meilenstein bei den Infrastruktur-Investitionen in unserem Land, der zeigt, dass wir es schaffen solche Maßnahmen zeit- und kostengerecht zu realisieren.“

„Der gesamte Neubau des Neckartalübergangs ist eine ingenieurtechnische Ausnahmeleistung – und der Querverschub macht dies besonders deutlich. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen in der Niederlassung Südwest freue ich mich über diesen Meilenstein bei unserem Projekt“, sagt Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes.

Die Staatssekretärin im baden-württembergischen Verkehrsministerium, Elke Zimmer, sagt: „Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch eine gute Vorbereitung und eine intelligente Planung ein Brückenbauwerk dieser eindrucksvollen Größe ‚unter dem rollenden Rad‘ ohne Straßensperrungen erneuert werden kann. Die Straßenbauverwaltung des Landes hat in der Vergangenheit als Auftragsverwaltung den Entwurf für dieses einmalige Brückenbauwerk erstellt. Es freut mich, dass die Planungen nahezu unverändert umgesetzt werden können. Es ist damit ein besonders gelungenes Beispiel für die innovative Verschubtechnik von Brücken.“

„Mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 6 und dem Ersatzneubau des Neckartalübergangs wurde eine zukunftssichere Infrastruktur für die ganze Region geschaffen“, betont Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest. „Unterstreichen möchte ich, dass dabei nicht nur zig Tausend Tonnen Asphalt und Beton eingebaut, sondern auch zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen des Naturschutzes umgesetzt wurden. So entstand etwa mit der Renaturierung des Neckarvorlandes bei Offenau ein 40.000 Quadratmeter großes Refugium für die Tier- und Pflanzenwelt.“

Für das ÖPP-Projekt „Verfügbarkeitsmodell BAB A6 AS Wiesloch/Rauenberg – AK Weinsberg“ wurden dem Auftragnehmer – der Projektgesellschaft ViA6West GmbH & Co. KG – Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Projektstrecke auf Basis eines umfassenden Lebenszyklusansatzes für einen Zeitraum von 30 Jahren übertragen.

Die Arbeitsgemeinschaft BAUARGE A6 West – bestehend aus den Unternehmen JOHANN BUNTE Bauunternehmung und HOCHTIEF Infrastructure – hat den Auftrag, die BAB A6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg bei laufendem Verkehr auf sechs Spuren zu erweitern, inklusive der zugehörigen Planungsleistungen. Neben der Erweiterung der Autobahn umfassen die Baumaßnahmen vor allem den Bau von zahlreichen Ingenieurbauwerken und den Ersatzneubau des Neckartalübergangs.

Weitere Infos: querverschub.de – Querverschub Neckartalübergang

Querverschub: v.l.: Caner Sarikaya (Leiter Außenstelle Heilbronn der Autobahn GmbH), Wim de Smet (Geschäftsführer der ViA6West GmbH & Co. KG), Simon Dony (Geschäftsführer der ViA6West GmbH & Co. KG), Alexander Hofmann (Geschäftsführer der HOCHTIEF PPP Transport Westeuropa GmbH), Christine Baur-Fewson (Niederlassungsdirektorin der Autobahn GmbH Südwest), Elke Zimmer MdL (Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg), Frank Schreiber (Sprecher der Geschäftsführung der JOHANN BUNTE Bauunternehmung GmbH & Co. KG), Alexander Herrmann (stellv. Gesamtprojektleiter BauARGE6 West)